Hoffnungsthaler Messerwerkstatt
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Großes Messer Damast mit Acryl

Im Mai 2011 kaufte ich mir im Klingenmuseum Solingen eine wunderschöne Vollangelklingel aus handgeschmiedetem 192-lagigem Leiterdamast, zusammengeschmiedet aus 1095 Karbonstahl und dem Nickelstahl 15N20. Der Rohling war bereits auf 60 HRC vorgehärtet.

Den Handschutz machte ich aus Neusilber mit innenliegenden Nieten.
Erster Arbeitsprozess nach Anbringen der Neusilberelemente, die mit Schleifleinen bis zur Körnung 15000 auf Hochglanz gebracht wurden.
Lange plagte ich mich mit Gedanken für das entsprechende Griffmaterial. Der Damast ist so wunderschön, dass ich es nicht fertigbrachte, "blickdichte" Monturen anzubringen.

Mein Freund Peter Trompetter, Inhaber eines acrylverarbeitenden Betriebes in Rösrath, stellte mir zwar kostenlos Acryl zur Verfügung, prophezeite mir jedoch gleichzeitig ein Versagen. Acryl, so Peter, verzeihe nichts. Ebenso könne ich kleben vergessen. da die Klebespuren ja deutlich sichtbar wären. Zum ersten Male habe ich dann Griffschalen mit Spezialschrauben verschraubt.
Erste Arbeitsschritte zur Anfertigung der Scheide. Aufreißen der Klingenform plus Nahtzugabe.

Dann vorsichtiges Ausschaben der Klingenstrukur unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Klingenstärke. Hier danke ich meinem Zahnarzt Jochem Heibach für das Überlassen von dentalen Bohr- und Schleifgeräten.
Jetzt passt die Klinge schon in den Rohling. Es folgte tagelanges Schleifen bis hin zu einer 15000er Körnung zur Beseitigung aller Bearbeitungsspuren.
Vorsichtiges Ausschaben des Nahtkanales unter Zuhilfenahme eines selbstgebastelten Werkzeuges.
Bohren von 36 Löchern zum Vernähen mit der ledernen Rückseite.
Die Bohrlöcher hatten sich natürlich weiß verfärbt und sahen nicht gerade professionell aus. Ich polierte jedes Bohrloch einzeln mit Dentalbürstchen und Polierpaste solange aus, bis sie wieder glänzten.
Fortan packte ich das Werkstück nur noch mit einer korkbeschichteten Juwelierzange an.
Schneiden des Fadenverlaufes in englisches Orthopädieleder.
Punzierarbeiten an der Scheidenrückseite.
Vernähen der beiden Scheidenteile mit gepechtem Zwirn und einer Sattlernaht, die mit zwei Nadeln gegenläufig genäht wird. Die Nadeln wurden von Hand feinpoliert, damit sie keine Kratzspuren in den Bohrlöchern verursachen.
Danach immer wieder mit Baumwollflanellscheiben und Polierpasten polieren, polieren, polieren...........

Im Griffstück befand sich mittig ein vorgebohrtes 3 mm starkes Loch, das ich mit einem Messingzierpin ausgefüllt habe.
Mein Freund Peter war begeistert.
Meine Freunde auch und ich natürlich. Das Messer ist wirklich außergewöhnlich und in der Literatur bisher nicht vertreten.
Leider lässt sich das Messer wegen der starken Spiegelreflexe sehr schlecht fotografieren. Werde mal versuchen, einen "Profi" zu betrauen.
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